
Eine Festplatte geht kaputt, ein Verschlüsselungstrojaner sperrt alle Dokumente, oder ein Ordner ist einfach weg — und mit ihm die Buchhaltung, die Kundendaten oder die Fotos der letzten zehn Jahre. Fast jeder, der mit so einem Fall zu uns kommt, hatte irgendeine Art von Sicherung. Nur eben nicht die, die im Ernstfall gebraucht wurde. Deshalb geht es in diesem Beitrag nicht darum, ob Sie ein Backup brauchen, sondern wie eines aussieht, auf das Sie sich verlassen können.
Drei, zwei, eins
Die 3-2-1-Regel ist seit Jahren der Standard, und sie ist bewusst einfach gehalten:
- Drei Kopien Ihrer Daten — das Original und zwei Sicherungen.
- Zwei verschiedene Medien — etwa die interne Festplatte und eine externe Platte, ein NAS oder ein Cloud-Speicher. Fällt eine Technik aus, bleibt die andere.
- Eine Kopie außer Haus — bei Brand, Wasserschaden oder Einbruch nützt die beste Sicherung nichts, wenn sie neben dem Rechner lag.
Für Privathaushalte heißt das in der Praxis: eine externe Festplatte, die regelmäßig angeschlossen und danach wieder weggelegt wird, plus ein Cloud-Backup für die wichtigsten Ordner. Für Unternehmen kommt meist ein NAS oder Server dazu, der die Arbeitsplätze automatisch sichert, und eine verschlüsselte Kopie an einem zweiten Standort oder in der Cloud.
Die Fehler, die wir am häufigsten sehen
Die externe Platte hängt dauerhaft am Rechner. Bequem, aber gefährlich: Ein Verschlüsselungstrojaner sieht sie als ganz normales Laufwerk und verschlüsselt sie gleich mit. Eine Sicherung, die nicht getrennt vom System liegt, ist im Ernstfall genauso betroffen wie das Original.
Cloud-Synchronisation wird mit Backup verwechselt. OneDrive, Dropbox oder Google Drive spiegeln Ihren Ordner — mehr nicht. Löschen Sie eine Datei versehentlich oder wird sie verschlüsselt, passiert in der Cloud innerhalb von Sekunden dasselbe. Ein Papierkorb mit 30 Tagen Frist ist keine Strategie.
Es wird nur gesichert, was auf dem Desktop liegt. E-Mails im Mailprogramm, die Datenbank der Buchhaltungssoftware, Lesezeichen, Passwörter, das Handy — vieles davon lebt an Orten, die ein einfaches „Dokumente kopieren“ nicht erfasst.
Die Sicherung läuft, aber niemand kontrolliert sie. Ein Backup-Programm, das seit Monaten mit einer Fehlermeldung abbricht, fällt erst auf, wenn man es braucht. Genau dann ist es zu spät.
Es wurde nie eine Rücksicherung geprobt. Das ist der wichtigste Punkt: Ein Backup ist erst dann eines, wenn Sie einmal eine Datei — oder besser das ganze System — daraus wiederhergestellt haben. Erst dann wissen Sie, dass die Sicherung vollständig ist, dass sie lesbar ist und dass Sie den Weg kennen.
Was Sie heute tun können
Nehmen Sie sich zehn Minuten und beantworten Sie drei Fragen: Wo liegen meine wichtigsten Daten? Wann wurde die letzte Sicherung gemacht — und weiß ich das sicher, oder vermute ich es? Und: Habe ich schon einmal etwas daraus zurückgeholt?
Wenn eine der Antworten unangenehm ist, ist das kein Grund zur Panik, sondern der richtige Zeitpunkt. Wir richten Sicherungen so ein, dass sie ohne Zutun laufen, kontrollieren sie im Rahmen unserer Wartung und Pflege regelmäßig und proben mit Ihnen die Wiederherstellung. Und falls es bereits passiert ist: Rechner ausschalten, nichts mehr installieren, und uns anrufen — oft lässt sich mehr retten, als man denkt, solange nichts überschrieben wurde.
